Arbeitsverhältnis – Ihre Rechte und Pflichten

Ihre Rechte als Arbeitnehmer sind wirklich vielseitig. Dadurch treten immer wieder scheinbar leichte Fragen auf, die doch nicht beantwortet werden können. Hier finden Sie die wichtigsten zusammengefasst.

Darf ich neben meiner hauptberuflichen Tätigkeit weitere Berufe ausüben?

Frau Mustermann ist Kassiererin in einem Supermarkt. Trotz ihrer Überstunden genügt ihr ihr Gehalt nicht. So beginnt Sie, nebenbei noch in einem anderen, nahegelegenen Supermarkt zu arbeiten. Dieser Supermarkt hat in etwa das gleiche Warensortiment wie der andere Supermarkt.

Das kann vorkommen. Trotz gesetzlicher Regelungen und Zuschüsse ist das Geld bei nicht wenigen Menschen knapp. Ein Ausweg liegt dann oft in einem Zweitjob.

Es ist grundsätzlich erlaubt, neben dem Zeitraum der hauptberuflichen Tätigkeit andere berufliche Tätigkeiten auszuführen. Diese dürfen auch bezahlt werden, sodass ein Zweitjob in erster Linie kein Problem ist.

Ein Problem ist es aber, wenn der obige Fall eintritt. Frau Mustermann arbeitet nebenbei in einem zweiten Supermarkt. Es liegt also zwischen beiden Supermärkten eindeutig Konkurrenz vor – dies ist vertragswidrig. Frau Mustermann ist also gezwungen ihren Zweitjob aufzugeben. Als Alternative wäre es erlaubt z.B. in einer Autowerkstatt zu arbeiten.

Im Zweifel schauen Sie am besten ihren Arbeitsvertrag durch – dort wird eventuell geklärt, ob eine nebenberufliche Beschäftigung ausgeschlossen ist. Oftmals kann ihnen auch ihr Chef helfen.

Es ist dem Chef nur erlaubt, die Nebentätigkeit auszuschließen, wenn sich die Nebentätigkeit negativ auf ihre berufliche Haupttätigkeit ausübt.

Der Schadensfall: Wer bezahlt?

Einmal nicht aufgepasst und schon kostet es richtig Geld. Doch wer muss den Schaden zahlen? In diesem Fall hängt die Beurteilung von der Situation ab.

Allgemein gilt im Arbeitsrecht die Regel, dass eine Verletzung einer vertraglichen Verpflichtung und dem daraus resultierenden Schaden ersetzt werden muss. Es spielt keine Rolle, ob dies fahrlässig oder vorsätzlich geschieht.

Kurz: Was kaputt gemacht wird, muss auch bezahlt werden.

Der Begriff „gefahrgeneigte Arbeit“ schränkt dies aber ein. Bei einer „gefahrgeneigten Arbeit“ kann durch ein Versehen ein großer Schaden entstehen. Wenn Sie demnach in einer solchen Branche arbeiten, haften Sie gegenüber ihrem Arbeitgeber in folgendem Maße:

  • Voll, falls der Schaden grob fahrlässig oder vorsätzlich verursacht wurde
  • In Teilen, falls „mittlere Fahrlässigkeit“ vorliegt
  • Überhaupt nicht, falls „leichte Fahrlässigkeit“ vorliegt

Sie sehen, eine an die Situation angepasste Beurteilung  ist für eine gute Klärung notwendig. Dabei lohnt es sich bei nicht eindeutig entscheidbaren Fällen einen Rechtsanwalt zu Rate zu ziehen.

Die ewigen Überstunden: Was ist noch im Rahmen?

Wenn Sie plötzlich merken, dass ihr Gehalt nicht ausreicht, um die monatlichen Kredite zu bedienen, können Sie zwei Dinge tun:

Hier geht es nun um die Überstunden. Gesetzlich geregelt ist, dass ihre Arbeitswoche höchstens 48 Arbeitsstunden umfassen darf. Meist ist der Tarifvertrag anders, oft liegt das Arbeitsmaximum in diesem bei 40 Stunden.

Zuerst wäre es einmal klug, zu fragen, ob und wenn wie viel Überstunden überhaupt  bezahlt werden.

Wenn das geklärt ist, dürfen Sie in der Regel mit den Überstunden beginnen. Beschränkt werden Sie dabei nur durch die gesetzliche Obergrenze, diese liegt bei 10 Stunden je Tag. Bedenken Sie dabei bitte immer eines: Wenn Sie nicht auf sich selbst achten, sondern nur arbeiten, um Geld zu verdienen, sollten Sie ihre Strategie wirklich überdenken. Ich rate ihnen dringend dazu, sich ein Buch oder Ebook anzuschaffen, das ihnen erklärt, wie Sie ihre Effizienz steigern können.

Der Mutterschutz: Was steht mir eigentlich zu?

Der Job ist da und kurze Zeit später kommt das Kind. Das kennen viele Mütter, die in dieser Zeit besonderem Schutz unterstehen.

Generell steht das Wohl des Kindes an erster Stelle.

Deshalb sind Jobs, die der Gesundheit des Kindes schaden könnten, für Sie verboten. Dies sind zum Beispiel Tätigkeiten wie Akkordarbeit oder Arbeiten mit hohem Lärmpegel. Seit dem Januar 2018 sind auch Arbeiten verboten, die in bestimmter Zeit erledigt werden müssen. Bei Unsicherheiten erfolgt die sogenannte Gefährdungsbeurteilung. In dieser Zeit der Beurteilung darf dann nicht gearbeitet werden.

Es gilt im Zeitraum von 20 bis 6 Uhr ein Beschäftigungsverbot für schwangere Frauen. Sie dürfen sogar in den letzten sechs Wochen vor der Geburt arbeiten, der Arbeitgeber benötigt hierfür jedoch ihre ausdrückliche Zustimmung. Nach der Geburt herrscht eine weitere Schonfrist von acht Wochen.

Nach der Geburt ist die sogenannte Erziehungzeit oder Elternzeit möglich. Hierbei dürfen Sie nach Rücksprache mit dem Arbeitgeber bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes eine Auszeit nehmen.

Pflichten/ Rechte Arbeitnehmer kurz zusammengefasst

Arbeitnehmer:

  • schonende Behandlung von Betriebseigentum
  • Verschwiegenheitspflicht (zum Beispiel besondere Rezepturen)
  • Abwerbeverbot
  • Bestechungsgeld darf nicht angenommen werden
  • Der Ruf des Arbeitgebers darf nicht geschädigt werden

Arbeitgeber:

  • Schutz des Arbeitnehmers (zum Beispiel Gesundheit)

 

Solange sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Rahmen des Gesetzes bewegen, sollte die Zusammenarbeit weitestgehend störungsfrei verlaufen.

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