Die Bewerbung ist fast fertig, fehlt nur noch der Lebenslauf – und eine kleine Angabe: der Familienstand.

Lange Zeit war es üblich den Familienstand in der Bewerbung zu nennen, doch auch hier fragen sich Bewerber immer wieder, ob die Angabe überhaupt noch zeitgemäß ist.

Welche Vorteile bzw. Nachteile verschafft ihnen die Angabe die Angabe des Familienstands und können sie diese auch umgehen?

Ist die Angabe des Familienstands Pflicht im Lebenslauf ?

Ledig? Oder geschieden? Das könnten doch interessante Fakten für den Arbeitgeber sein, die damit auch verpflichtend anzugeben wären.

Leider (oder zum Glück) stimmt dies nicht. Früher gehörten zu den Angaben im Lebenslauf noch andere Angaben dazu.

Heute ist dies unüblich.

Die Angabe des Familienstands im Lebenslauf/ bei der Bewerbung ist keine Pflicht

Dies ist zumindest seit dem Jahr 2006 offiziell, da in diesem Jahr das AGG  (Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz) verabschiedet wurde. Übrigens muss der Bewerbung damit auch kein Bewerbungsfoto beigefügt werden.

Mit diesem wurde gesetzlich eine Gleichstellung zwischen Menschen bestätigt.

Genauer besagt es, dass Menschen aufgrund z.B. Ethnizität oder auch Hautfarbe nicht benachteiligt werden dürfen.

Auch für den Familienstand gelten diese Regeln. Arbeitgeber dürfen Sie aufgrund einer solchen Angabe nicht diskriminieren.

Und ob das passiert, können Sie bei einer schriftlichen Bewerbung nicht überprüfen.

Welche Angaben gibt es nun dabei genauer?

Diese Angaben gibt es beim Familienstand

Beim Familienstand unterscheidet man zwischen fünf verschiedenen „Ständen“.

Hier sind sie in der korrekten Reihenfolge aufgelistet (im Verlauf des Lebens eines Menschen):

  • Ledig

Ledig sind sie, wenn Sie derzeit allein leben und bisher noch nie verheiratet waren.

  • Verlobt

In diesem Fall haben Sie einer Person nur das Versprechen gegeben, diese zu heiraten.

  • Verheiratet
  • Geschieden
  • Verwitwet

(Die letzten drei Angaben sind selbsterklärend)

Vorteile und Nachteile  der Angabe

An dieser Stelle wird es tatsächlich ein wenig schwierig. Früher war der Familienstand eine reine Pflichtangabe.

Auch heute ist dieser Fakt sehr formal – eigentlich entgegen seiner gewünschten Funktion.

Denn wenn eine Person in der Bewerbung über ihr persönliches Umfeld informiert, dann ist auch die gesamte Bewerbung persönlicher. Soweit die Theorie.

Tatsächlich haben Sie mit der Angabe des Familienstands mehr Nachteile als Vorteile.

Vorteile kommen so gut wie nicht zum Vorschein. Vielleicht weiß der Personaler ja, ob es sich lohnt, ihnen den Hof zu machen.

Das kommt aber so gut wie nie vor :)

Natürlich hat das Unternehmen einen Vorteil – es kann Sie als Person besser beurteilen. Doch dies ist meist mehr zum ihrem Nachteil.

Denn es gibt einige Möglichkeiten, den Familienstand zu werten.

Dieses Interpretationen erlaubt der Familienstand im Lebenslauf

Tatsächlich kann der eine oder andere Nachteil aus der Angabe des Familienstands resultieren.

Das variiert von Unternehmen zu Unternehmen. In einem Konzern werden die Familienstände anders gehandhabt als in inhabergeführten Unternehmen.

FamilienstandInterpretationenGut oder Schlecht für Sie?
LedigWer ledig ist, könnte tatsächlich einen Vorteil haben. Ledige Menschen sind meist nicht sehr alt und könnten daher länger im Unternehmen arbeiten.Diese Angabe könnten Sie nennen (möglicherweise Vorteil)
VerlobtVerlobte sind für Unternehmen das gleiche wie zwei zusammen lebende Ledige mit Kinderwunsch :)In der schriftlichen Bewerbung nicht nennen (könnte Nachteil haben)
VerheiratetVerheiratete signalisieren vielen Firmen die Fähigkeit, sich binden zu können. Ob das auch stimmt, ist natürlich etwas Anderes.Können Sie nennen (kann nicht schaden)
GeschiedenWie Verheiratete Bindungsfähigkeit demonstrieren, so stehen Geschiedene aus der Sicht von Firmen für mangelnde Bindungsfähigkeit.Lieber nicht angeben (wird zum Nachteil)
VerwitwetVerwitwete Menschen sind zumeist schon älter und viele Unternehmen wollen jüngere Leute einstellen. Zudem könnten Sie bei der Arbeit nicht voll konzentriert arbeiten, weil Sie noch in Trauer sind.Eher nicht in die Bewerbung schreiben

Sie sehen: Bei der Angabe von Familienständen im Lebenslauf sollten Sie sehr vorsichtig vorgehen.

Weitere Deutungsmöglichkeiten

Wenn Sie ledig sind, kann das wie genannt Vorteile haben – falls Sie noch jung sind.

Falls Sie aber ledig und 40 Jahre alt sind, könnten Sie als „Alleingänger“ gewertet werden.

Interpretationen beim Familienstand im Lebenslauf

Das wäre bei ihrer Bewerbung nicht sonderlich von Vorteil.

Die Angabe „Verheiratet“ kann bedeuten, dass ihrer Partnerschaft bald Kinder nachfolgen. Ein Ausschlusskriterium, da Kinder oftmals die Arbeit „verhindern“.

Sollte ein Kind einmal krank sein, könnten Sie als Arbeitskraft einige Tage ausfallen.

Auch mit dem Wort „Verwitwet“ sollten sie sehr vorsichtig sein.

Sie können mit z.B. 40 Jahren verwitwet sein, aber auch mit 62 Jahren.

Mit 62 Jahren sollten Sie dies in keine Bewerbung schreiben. In diesem Fall dürften Sie es schwer genug haben, einen Job zu finden.

Ob Sie ihren Familienstand angeben oder nicht angeben, hängt sehr stark davon ab, wo Sie sich bewerben.

In einem großen Konzern hätten Sie auch als lediger, 35 – jähriger noch eine Chance :)

Außerdem hängt dies stark von ihrem Alter ab, wie die obigen Beispiele gezeigt haben.

Das größte Problem ist die fehlende Kommunikationsmöglichkeit zwischen Personaler und Bewerber.

Wenn die Personaler ihre Bewerbung lesen, dann können Sie nicht daneben stehen und alle Daten erklären und sich rechtfertigen.

So kann jeder alle Daten im Lebenslauf erst einmal für sich interpretieren. Darin liegt das Problem.

Erst im Vorstellungsgespräch können Sie eingreifen.

Deshalb ist es besser, wenn Sie ihren Familienstand der Firma nicht im Lebenslauf, sondern im Vorstellungsgespräch mitteilen.

Dann können Sie darauf eingehen und sollten es auch. Der Arbeitgeber wird es sowieso mit der Steuerklasse erfahren.

Angenommen, Sie fühlen sich trotzdem wohl mit der Angabe des Familienstands – wie geben Sie diesen richtig an?

Wie geben Sie ihren Familienstand im Lebenslauf richtig an?

Sie wollen ihren Familienstand nun angeben?

Gut, dies ist nicht besonders schwer. Formal können Sie hier nicht viel falsch machen.

Generell wird diese Angabe im Lebenslauf in den Abschnitt „Persönliches“ geschrieben.

In diesen schreiben Sie dann einfach:

„ledig“ oder z.B. „verheiratet, 2 Kinder (9 Jahre) “

Dies genügt als Angabe.

Fazit

Der Familienstand gehört nicht in den Lebenslauf.

Diese Angabe war vielleicht früher ein fester Teil der Bewerbung, aber nutzt zumindest ihnen nicht.

Dem Arbeitgeber kann sie das Gefühl vermitteln, sie würde ihm nutzen. Weil er dann z.B. weiß, ob seine Mitarbeiterin in einem halben Jahr wegen Kindern ausfällt.

Letztendlich entscheiden Sie, ob Sie sich damit wohlfühlen und gleich im Lebenslauf zeigen, ob Sie z.B. in einer Partnerschaft leben.

Erzählen Sie…

Haben Sie persönlich schon einmal unter der Angabe des Familienstands gelitten oder waren Sie sich unsicher, ob Sie diesen Fakt nennen sollen?

Oder was halten Sie generell von dieser Angabe?

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