Gegen die Kündigung klagen – So gelingt es

Ihnen wurde gekündigt?

Das ist sehr ärgerlich. Wie bezahle ich jetzt meine Kredite, meine Miete? Diese Fragen beschäftigen Menschen in solchen Situationen täglich.

Sie sollten sich, wenn Sie gegen die Kündigung klagen wollen, eine Frage stellen:

Ist die Kündigung überhaupt berechtigt?

Ein Beispiel:

Herr Mustermann arbeitet seit sieben Jahren in einem mittelständischen Betrieb. Nun erhält er eine Kündigung wegen zu hohen Personalkosten. Herr Mustermann weiß nicht, was nun zu tun ist.

Hierbei muss zunächst zwischen den Begriffen „Außerordentliche Kündigung “ und „Ordentliche Kündigung“ unterschieden werden.

In der „Ordentliche[n] Kündigung“  beruft sich der Kündigende auf keinen wichtigen Grund, er muss nun die Kündigungsfrist einhalten.

Eine „Außerordentliche Kündigung“ beschreibt die fristlose Kündigung, die der Kündigende wegen eines „wichtigen Grundes“ einsetzt. In diesem Fall behindert ein „wichtige[r] Grund“ das Arbeitsverhältnis, welches sofort beendet wird. Erfolgt diese Art der Kündigung ohne einen wichtigen Grund, ist die Kündigung unwirksam. Es handelt sich dann trotzdem um eine „Außerordentliche Kündigung“.

Der „wichtige Grund“:

Der „wichtige Grund“ meint, dass der Kündigende durch die weitere Arbeit einen schwerwiegenden Nachteil erhalten wird. Dabei sieht er die damit „Außerordentliche Kündigung“ als letzte Maßnahme an und hat vorher andere Möglichkeiten gut abgewogen. Erst dann ist er zu einer „Außerordentliche[n]  Kündigung“ berechtigt, zumindest sollte er vor diesem Schritt eine Abmahnung verschickt/erhalten haben.

Mögliche Gründe einer außerordentlichen Kündigung:

  • Nichtbeachtung der Arbeitspflicht
  • Betriebsfrieden wird gestört
  • Zerstörung des Vertrauens zwischen den Vertragspartnern (z.B. durch Diebstahl von Dokumenten, die dem Arbeitgeber gehören)

 

Die außerordentliche Kündigung ist immer gut zu überprüfen. Diese Prüfung kann folgende Kriterien umfassen:

  • Ist eine weitere Wiederholung möglich? (Ganz wichtig: Es darf nur außerordentlich gekündigt werden, wenn mit der Kündigung weiteren Nachteilen in der Zukunft vorgesehen wird. Nicht gültig ist die außerordentliche Kündigung bei Strafe für vergangene Taten)
  • Ist das Arbeitsverhältnis davon betroffen? (Handlungen im Privatleben des Arbeitnehmers beeinflussen zum Beispiel das Arbeitsverhältnis selten)
  • In welchem Maß bewegen sich die Verstöße? (z.B. : Liegen Straftaten oder eine einmalige Unpünktlichkeit vor?)
  • Hat der Arbeitnehmer Interessen, die einer Entlassung entgegensprechen?

Wann ist die Kündigung ungültig?

So schnell die Kündigung aufgesetzt ist, so schnell kann Sie wieder unwirksam werden. Es gibt dabei Personen mit besonderem Schutz:

Einer Frau im Mutterschutz darf nicht gekündigt werden. Es ist egal, auf welche Art dies geschieht (ordentlich/außerordentlich).

Sollte der Arbeitgeber zum Zeitpunkt der Kündigung nichts von der Schwangerschaft gewusst haben, gilt die Kündigung. Jedoch nur, wenn auch zwei Wochen nach Erhalt der Kündigung keine Benachrichtigung erfolgt ist.

Auch Schwerbehinderten darf nicht einfach so gekündigt werden. Bei einer außerordentlichen Kündigung muss die Hauptfürsorgestelle gefragt werden.

Generell: Wenn kein richtiger Grund vorliegt

Die allgemeinen Kündigungsgründe können so aussehen:

  1. Qualifikationsmängel
  2. Vertragsverletzung
  3. Längere Erkrankung

Dabei gibt es noch die „dringenden betrieblichen Erfordernisse“:

Ein Beispiel:

Frau Mustermann arbeitet in einer Nähfabrik. Die Fabrik reduziert nun ihren Nähmaschinenbestand. Deshalb wird ihr gekündigt.

Die wenigen Nähmaschinen reichen nicht für das gesamte Personal aus. Frau Mustermann hätte nun nichts mehr zu nähen. Sie ist nun „überflüssig“.

Der Arbeitgeber darf auf diese Weise kündigen. Er muss begründen können, warum er gerade diesem einen Arbeitnehmer kündigt. Oftmals gibt es nämlich auch andere Möglichkeiten. Diese Möglichkeiten müssen zuerst in Betracht gezogen werden, denn oberste Priorität hat immer eines:

Die Sicherung des Arbeitsplatzes

Erklärungsfrist und Kündigungsschutzklage bei außerordentlicher Kündigung:

Ich rate ihnen wirklich, die Kündigung auf ihre Gültigkeit zu überprüfen. Es gibt immer noch Kündigungen, die rechtlich völlig unwirksam sind. Näheres dazu finden Sie ebenfalls in diesem Artikel.

Haben Sie ihre Kündigung überprüft? Gut, falls Sie wirklich Bedenken haben, lesen Sie jetzt, wie man gegen eine Kündigung klagt.

Der Arbeitgeber hat zwei Wochen Zeit, dem Arbeitnehmer seine Beweggründe darzulegen. Wenn er dies nicht tut oder der wichtige Grund fehlt, dann ist der Arbeitnehmer zu einer sogenannten Kündigungsschutzklage berechtigt.

Diese kann er bis zu drei Wochen nach Erhalt der Kündigung beim Arbeitsgericht einreichen.

Folgende Punkte, die eine Kündigungsschutzklage enthalten sollte:

  • Anschrift des Arbeitnehmers
  • Anschrift des Arbeitgebers (die der Firma)
  • Anschrift des zuständigen Arbeitsgerichtes
  • Klage
  • Begründung: Warum ist die Kündigung unberechtigt?
  • Kopie der Kündigung

 

Beschäftigungsverbot Schwangerschaft

Was ist ein Beschäftigungsverbot ?

Ein Beschäftigungsverbot regelt, wer wann arbeiten darf. Es bezeichnet das Gegenteil der Arbeitspflicht, die Arbeitspflicht entfällt also.

Wann gilt es ?

Jugendliche haben ein eindeutiges Arbeitsverbot von 7 Uhr bis 20 Uhr. Ausnahmen, wie die Arbeit in Gaststätten, lockern das Verbot ein wenig. Sollte ein bereits 15 Jahre alter Jugendlicher eine Ausbildung beginnen, darf er diese auch schon ab 6 Uhr morgens beginnen. Das kann zum Beispiel in Bäckereien der Fall sein. Jugendliche im Alter von 17 Jahren können ihre Ausbildung in der Konditorei zwei Stunden früher – um 4 Uhr – anfangen. In Krankenhäusern gilt aber auch für Sie ein Beginn ab 6 Uhr.

Kinderarbeit ist immer verboten. Die Arbeiten dürfen körperlich nicht zu schwer sein, da sich Kinder und Jugendliche noch in der Entwicklungsphase befinden.

In seltenen Fällenwird ein Beschäftigungsverbot wegen Straftaten verhängt. Diejenige Person darf dann auf bestimmte Zeit nicht mehr arbeiten.

Das Beschäftigungsverbot während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft herrscht ein Beschäftigungsverbot.

Mütter im Mutterschutz dürfen keine schweren körperlichen Arbeiten verrichten. Auch sind für Sie Arbeitsplätze, an denen mit giftigen Dämpfen oder Ähnlichem gearbeitet wird, verboten. Dagegen sind Büroarbeitsplätze meistens erlaubt, denn hier wird die werdende Mutter keiner größeren, körperlichen Anstrengung ausgesetzt.

Das Wohl des Kindes steht immer an erster Stelle.