Arbeitszeugnis selber schreiben – 5 Schreibtipps (inkl. Vorlage)

arbeitszeugnis selber schreiben

Arbeitszeugnis selber schreiben – eigentlich das beste, was einem Arbeitnehmer passieren kann.

Damit ihr Zeugnis so überzeugend wie möglich wird, finden Sie hier eine Anleitung mit den 5 besten Tipps inklusive professioneller Vorlage.

Was ist das Arbeitszeugnis?

In einem Arbeitszeugnis wird bestätigt, dass Sie früher in einem Unternehmen tätig waren. Außerdem beschreibt es ihre früheren Aufgaben und wertet ihre Tätigkeiten. Arbeitszeugnisse folgen meist einem bestimmten Aufbau, den Sie beim Selber-Schreiben unbedingt beachten sollten. Meist wird das Zeugnis neben Lebenslauf und Anschreiben der Bewerbung beigelegt, wird des Öfteren aber auch nachgereicht.

Außerdem wird zwischem dem einfachen und dem qualifizierten Zeugnis unterschieden.

Wann bekommen Sie es und wozu ist es gut?

Sobald Sie das Unternehmen, in dem Sie arbeiten, verlassen, bekommen Sie ein Arbeitszeugnis. Sie bekommen es auch, wenn ihnen gekündigt wird. Zumeist wird dieses von ihrem Vorgesetzten geschrieben, da dieser Sie während der Arbeit erlebt hat. Damit bewertet er ihre Arbeit in seinem Unternehmen. Viele Arbeitgeber wollen auch einen Blick in das Arbeitszeugnis werfen, um Sie als Bewerber besser einschätzen zu können.

Ein Arbeitszeugnis kann ihnen also durchaus helfen, sich bei ihrem neuen Arbeitgeber Eindruck zu verschaffen.

Ist es erlaubt, das Zeugnis selbst zu schreiben?

Ja, mit der ausdrücklichen Einverständnis ihres Arbeitgebers ist es erlaubt, das Zeugnis selber zu schreiben. Wichtig ist nur, dass es der Wahrheitspflicht unterliegt.

  Arbeitszeugnis selber schreiben     

5 Tipps
(+Mustervorlage)
 
#1 Entwurf vor dem Schreiben

Ganz wichtig ist der Aufbau: Viele Bewerber freuen sich so darüber, dass Sie ihr Zeugnis selbst schreiben dürfen, dass einfach losschreiben. Ein großer Fehler, der viele Zeugnisse unauthentisch erscheinen lässt. Wenn Sie diesen Fehler vermeiden wollen, dann machen Sie am besten einen Entwurf: Was haben Sie in der Firma gut gemacht? Was waren ihre Aufgabengebiete? So haben Sie eine wesentlich bessere Grundlage.

#2     Aufbau planen und beachten

Es ist sehr wichtig, dass Sie diesen Aufbau beachten. Er ist in jedem Zeugnis zu finden.

Der dümmste Fehler ist gleichzeitig der einfachste. Vergessen Sie die Kontaktdaten der letzten Firma nicht! Vielleicht hat der zukünftige Arbeitgeber Rückfragen an den alten Arbeitgeber, dann sind Kontaktdaten auf jeden Fall von Vorteil.

Auch sollte die Unterschrift des ehemaligen Arbeitgebers nicht fehlen, sonst könnten Sie sich als perfekten Arbeitnehmer darstellen. Durch seine Unterschrift bestätigt der Arbeitgeber, dass er mit dem Inhalt einverstanden ist.

Anfang:

  • Name Arbeitgeber/ Arbeitnehmer
  • Adresse Arbeitgeber/ Arbeitnehmer
  • Ausstellungsdatum

Hauptteil:

  • Dauer der Beschäftigung
  • Art der Beschäftigung
  • Beschreibung der Leistungen des Arbeitnehmers

Schlussteil:

  • Unterschrift Arbeitgeber/ Arbeitnehmer

Nun bitte nicht in die Falle tappen und alle geforderten Daten akribisch niederschreiben. Darauf kommt es nicht an.

Viel zu viele scheitern beim Schreiben mehr an den Formulierungen. Sie auch?

#3 Benutzen Sie die richtigen Formulierungen beim Schreiben

„Unser Mitarbeiter war immer stets freundlich und erledigte alle Aufgaben pflichtgemäß“

Eine schlechterer Satz kann in ihrem Arbeitszeugnis kaum stehen. Das ist ein vielfältig interpretierbarer Satz. Was heißt denn „immer stets freundlich“ ?

Das heißt, dass der Arbeitnehmer einfache Dinge wie „Hallo“ und „Tschüs“ beherrscht.

Toll.

„Er erledigte alle Aufgaben pflichtgemäß“ – Mehr aber auch nicht

Gutes Beispiel:

Gute Formulierungen für das Arbeitszeugnis (Eigenes Bild)

Sehen Sie? Wenn Sie ein Arbeitszeugnis selber schreiben, können ihnen solch einfache Dinge den Eintritt ins nächste Unternehmen vermasseln. Die meisten Arbeitgeber kennen Sich nämlich mit so etwas aus.

Vermeiden Sie deshalb sehr gängige Formulierungen.

Liste der schlechten Formulierungen:

  • Er stand uns mit Rat und Tat zur Seite
  • Sie erledigte ihre Aufgaben pflichtgemäß
  • Pünktlichkeit war für ihn selten ein Problem
  • Herr Mustermann scheidet auf eigenen Wunsch aus unserem Unternehmen aus (das sagt nicht gerade Gutes über das Unternehmen)
  • Er war bemüht, unsere Anforderungen zu erfüllen
  • Ein der Anforderungen entsprechendes Fachwissen war vorhanden
  • Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit
#4   Es ist ihr Arbeitszeugnis

Das heißt ganz einfach: Wenn Sie schon das Arbeitszeugnis selber schreiben dürfen, dann nutzen Sie diese auch zu ihrem Vorteil. Es soll die Qualität ihrer Arbeit bezeugen und nichts anderes.

Wichtig ist es immer, über das Grundmaß hinaus zu schreiben. Dinge, die zu einem guten Angestellten einfach dazugehören, lassen Sie am besten weg. Nennen Sie das Außergewöhnliche an ihnen!

Lieber übertreiben Sie ein wenig und bekommen so Zutritt in ein Unternehmen. Klar, dann müssen Sie sich beim Bewerbungsgespräch ein wenig mehr anstrengen. Das wird sich aber lohnen. Und wenn Sie sowieso sehr gut sind – einfach schreiben!

Und falls Sie zufällig ein wenig Inspiration beim Schreiben suchen, hier steht eine Vorlage für ihr Arbeitszeugnis für Sie bereit.

Es lohnt sich, wie Sie sehen: Wenn Sie eine hervorragende Arbeitskraft sind, sie aber der Chef nicht genug schätzt, dann nutzt ihnen das nichts. Deshalb können Sie sich ruhig trauen und darauf bestehen, selbst am Zeugnis mitschreiben zu dürfen.

#5  Zeugnis immer gegenlesen lassen

Laut einer aktuellen Studie scheitern 52% aller Bewerbungen allein am Arbeitszeugnis. Sicher können Sie sich vorstellen, warum dies so ist.

Wenn Sie ihr Arbeitszeugnis schreiben, lesen Sie es bestimmt mehr als nur ein- bis zwei Mal durch. Schließlich wollen Sie ein fehlerfreies Dokument. Doch auch in diesem Fall täuscht uns das Gehirn und lässt uns Fehler nach mehrmaligem Lesen nicht mehr erkennen.

Das gegenseitige Prüfen ihres Arbeitszeugnisses hilft oftmals dabei, noch kleine, aber „gefährliche“ Fehler zu finden. Auf dieser Seite finden Sie eine Vorlage für ein Arbeitszeugnis im sehr guten Bereich, das keine Fehler enthält.

Dieses Video zeigt ihnen weitere wertvolle Tipps zum Arbeitszeugnis:

Arbeitszeugnis schreiben lassen oder selbst schreiben?

Es kann sein, dass Sie die Möglichkeit erhalten, ihr Zeugnis, selber zu schreiben. In diesem Fall können Sie sich wirklich glücklich schätzen: Sie dürfen sich selbst beurteilen!

Doch ein Arbeitszeugnis selber schreiben zu dürfen ist auch ein großer Aufwand. Viele fragen sich, ob sie das überhaupt können. Denn schließlich dürfen keine Rechtschreib – oder Grammatikfehler darin sein.

Auch darf es nicht zu selbstlobend erscheinen.

Die Lösung lautet daher: Der Rechtsanwalt.

Wie gut ist das?

Tatsächlich kann ihnen der Rechtsanwalt ein rechtlich absolut sicheres Zeugnis erstellen. Auch können Sie dann sichergehen, dass z.B. die Form stimmt.

Doch kann ihr Rechtsanwalt ihre Arbeit beurteilen? Genau das ist der Punkt: Entweder ihr Arbeitgeber oder Sie – sonst weiß niemand genau, wie gut Sie arbeiten.

Deshalb: Schreiben Sie ihr Zeugnis immer selbst!

Wenn es geht – immer.

Doch Sie können den Rechtsanwalt trotzdem nutzen. Schicken Sie einfach ihr fertiges Zeugnis an ihn und lassen es korrekturlesen.

Das wird auch Kosten sparen – ohne die Qualität zu vernachlässigen!

Gibt es das perfekte Arbeitszeugnis?

So. Sie dürfen ihr Arbeitszeugnis jetzt selber schreiben. Herzlichen Glückwunsch. Da wollen Sie doch gleich beeindrucken.

Ein möglichst tolles Zeugnis schreiben. Perfekt wirken.

Achtung: Es gibt kein perfektes Zeugnis! Wenn Sie ihr Zeugnis schreiben, dürfen Sie sich keiner Norm anpassen.

Das bedeutete nämlich ihr Wunsch nach Perfektion. Wollen Sie überzeugen, müssen Sie einfach schreiben. Mehr nicht.

Das Wichtigste dieses Artikels ist in dieser Infografik zusammengefasst:

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Arbeitszeugnis selber schreiben – Lohnt sich das noch?

Diese Frage ist durchaus berechtigt. Unsere Wirtschaft wird zunehmend digitalisiert, es ist bereits möglich, sich etwa digital zu bewerben.

In den heutigen Zeiten kann sich jeder Mensch so präsentieren, wie er möchte. Hinter Social Accounts stecken oft ganz andere Personen, als sie vorgeben zu sein.

Auch die Arbeitgeber wissen das: In vielen Vorstellungsgesprächen werden Sie nicht nach Zeugnissen gefragt. Im Gegenteil: Was zählen ihre damaligen Leistungen, wenn Sie diese jetzt nicht mehr erbringen können? Für viele Arbeitgeber muss sich der Bewerber/Mitarbeiter erst beweisen.

Arbeitszeugnis selber schreiben – in diesem Fall eine sehr gute Idee!

Es ist etwas, das ihre Arbeit bescheinigt. Sie haben somit einen offiziellen Beweis für ihre Arbeit. Des weiteren kann der Arbeitgeber Sie sehr gut einschätzen: Klar, die Gegenwart zählt, doch Sie wählen als Arbeitgeber doch lieber einen qualifizierten Bewerber als einen unerfahrenen, schlechten?

Oder doch nicht?

Im Grunde genommen ist es eine „Gratwanderung“: Sie können sich darstellen, wie Sie wollen. Die Frage ist, ob Sie dies dann beim persönlichen Treffen unter Beweis stellen können.

Deshalb:

Wenn Sie ehrlich sind (und alle obigen Tipps zum Verfassen beachten) stellt es einen großen Vorteil für beide Parteien dar.